Es grünt so grün!

McDonalds tut es. BP tut es. Und eine wachsende Zahl an Unternehmen schließt sich ihnen an: Sie alle betreiben mehr oder weniger intensives „Greenwashing“ – die Politur des Images mithilfe von Umwelt- und Sozialargumenten.

Das soziale Gewissen von Unternehmen hat in den letzten Jahren einen Aufschwung erlebt – auch, weil Kunden und Investoren von Unternehmen zunehmend verantwortungsbewusstes Handeln und nachhaltige Lösungen erwarten. Corporate Social Responsibilty (CSR) bezeichnet das bewusste und freiwillige Streben von Unternehmen, soziale und ökologische Ziele mit dem wirtschaftlichen Handeln in Einklang zu bringen. „CSR stellt Transparenz, ethisches Verhalten und Respekt vor den Stakeholdern in den Mittelpunkt unternehmerischen Handelns“, erklärt Karin Huber von comact responsible communication & consulting, Österreichs einzigem auf CSR-Kommunikation spezialisierten Beratungsunternehmen.
Doch mit dem Anspruch auf mehr Nachhaltigkeit steigt auch die Zahl der PR-Methoden, die darauf zielen, einem Unternehmen in der Öffentlichkeit ein umweltfreundliches und verantwortungsbewusstes Image zu verleihen – zum Teil mit unlauteren Mitteln. Laut der Umweltorganisation Greenpeace ist „Greenwashing“ – deutsch so viel wie „Grünfärberei“ – „die Irreführung von Konsumenten über die ökologischen Geschäftsmethoden eines Unternehmens oder die ökologischen Vorteile eines Produktes“. Huber ergänzt: „Das betrifft vor allem Unternehmen, deren Kerngeschäft unethisch ist, die also beispielsweise mit Tabak oder Waffen handeln. Oder solche, die schwerwiegende gesamtgesellschaftliche Problemstellungen aufwerfen, wie Atomindustrie oder Fastfood-Konzerne. Hier findet das meiste Greenwashing statt.“

Dieser Artikel erschien
Dezember 2011.