Schlaf ist keine verlorene Zeit. Während wir ruhen, verarbeitet das Gehirn Eindrücke, schafft Platz für Neues und festigt Erinnerungen. Zugleich laufen im Körper wichtige Reparatur- und Regulationsprozesse ab: Stoffwechsel, Immunsystem und Herz-Kreislauf-System sind auf regelmäßige Erholung angewiesen.
Eine einzelne kurze Nacht ist meist noch kein Grund zur Sorge. Bleibt der Schlaf jedoch über Wochen unruhig oder zu kurz, macht sich das tagsüber bemerkbar: Leistungs-fähigkeit und Konzentration lassen nach, die Stimmung wird dünnhäutiger, Antrieb und Wohlbefinden sinken. Chronischer Schlafmangel kann zudem körperliche Erkrankungen begünstigen.
Schlafprobleme haben viele Gesichter. Manche Menschen liegen lange wach, andere wachen immer wieder auf oder fühlen sich trotz ausreichender Bettzeit am Morgen nicht erholt. Häufig stecken Stress, Sorgen, Schichtarbeit oder ungünstige Gewohnheiten dahinter. Auch Lärm, Licht, ein zu warmes Schlafzimmer, spätes schweres Essen, Alkohol, Nikotin und Koffein können den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus stören.
Dazu kommen körperliche Ursachen, etwa Schmerzen, hormonelle Veränderungen, Schilddrüsenerkrankungen, das Restless-Legs-Syndrom oder Schlafapnoe mit nächtlichen Atemaussetzern. Auch Medikamente können den Schlaf beeinflussen. Wer die Ursache kennt, kann deshalb gezielter gegensteuern.
Guter Schlaf beginnt nicht erst beim Zubettgehen. Das Schlafzimmer sollte dem Körper signalisieren: Hier ist Ruhe. Etwa 18 Grad Celsius gelten als Richtwert, wobei das persönliche Wärmeempfinden entscheidet. Ist es zu warm, kann der Körper die für den Schlaf typische Absenkung seiner Temperatur schlechter unterstützen; frieren sollte man allerdings ebenso wenig. Kurzes Stoßlüften vor dem Zubettgehen verbessert die Luft, ohne den Raum dauerhaft auszukühlen.