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Aktuelle Seite: Spiegelbild der Gesellschaft
Cover von Bio Magazin Spiegelbild der Gesellschaft

KUNST + KLIMA

Spiegelbild der Gesellschaft

Künstler haben naturgemäß zu gesellschaftlichen Themen andere Zugänge als die Wissenschaft oder Wirtschaft. Wie eine lebenswerte Zukunft aus Sicht der Kreativszene aussehen kann, zeigt die Klima Biennale erstmals in Wien.

Die Literaten Thomas Bernhard, Henrik Ibsen, Jack London und Elfriede Jelinek haben es genauso getan wie die Maler Pablo Picasso, Francisco de Goya und John Heartfield, die Fotografen Lewis Hine, Diane Airbus und Dorothea Lange,  der Filmemacher Louis Malle oder die Musiker Bob Dylan, Joan Baez, John Lennon oder Bob Marley – sie haben ihre Kunst­form nicht nur dazu benützt, Men­schen Freude zu bereiten, sondern auch, um Botschaften zu vermitteln, Kritik zu üben und auf Miss­stände hinzuweisen.

 

Kunst und Klima. „Gesellschaftskritik zu üben und Missstände anzusprechen, spielt in der Kunst seit jeher eine große Rolle“, bestätigt Mag. Sithara Pathirana, M.A., die mit Claudius Schulze die erste Klima Biennale, die von 5. April bis 14. Juli in Wien über die Bühne geht, leitet. Die Gründe dafür sind vielfältig: Zum einen habe Kunst, anders als etwa Politik oder Medien, andere Spielräume, um kom­plexe und oft unangenehme Themen und Wahrheiten anzusprechen. „Zum anderen bringt sie eine emotionale Resonanz in die Diskussion ein und erreicht die Menschen damit anders“, weiß die Kulturvermittlerin.

Denn die Tatsache, dass die unterschiedlichen Formen von Kunst verschiedene Sinne ansprechen, würde die Inhalte der vermittelten Botschaften für mehr Menschen erleb- und greifbarer machen. Das sei gerade im Zusammenhang mit der Klimakrise von großer Bedeutung. „Die Debatte um den Klima­wandel wird in der Regel auf Verzicht und Katastrophenbilder reduziert. Psychologisch funktioniert das nicht, da es die Menschen auf Dauer lähmt. Außerdem schalten sie ab, wenn sie immer dasselbe hören“, so Pathirana.

Die Kunst bietet andere Zugänge zu ungeliebten Themen wie eben dem Klimawandel: „Kunst kann dank der ihr zugrunde liegenden Fantasie neue Wege, Utopien und Visionen aufzeigen“, sagt Pathirana. Schließlich zeige die Erfahrung, dass viele Krisen ja auch Neues hervorgebracht haben.

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