Anreise per Bahn, Bus oder Schiff, Regionalküche mit saisonalen, regionalen Spezialitäten, Naturerlebnisse, persönliche Betreuung in umweltfreundlicher Umgebung: Sommerfrische in Österreich bedeutet, der Nachhaltigkeit auch im Urlaub den Vorzug zu geben und Erholung in Form von „sanftem“ Tourismus zu suchen, der alle Beteiligten fördert, anstatt sie auszubeuten. Darüber hinaus lässt Österreich mit „Coolcation“ aufhorchen – Urlaub in höheren Höhenlagen und mit Abkühlungseffekt, wenn zu Hause brütende Hitze herrscht.
Der Ball liegt dabei aber nicht nur bei den Anbietern von Sommerfrische-Angeboten, sondern auch bei den Urlaubern selbst, denn letztlich bestimmt die Nachfrage das Angebot. Je mehr Gäste nachhaltige Angebote einfordern, desto eher haben Destinationen die entsprechenden Features in ihrem Portfolio.
Der Begriff Sommerfrische wurde erstmals im 19. Jahrhundert vor allem in Österreich geprägt und bezeichnete damals die mehrtägige bis mehrwöchige Flucht der Städter aufs Land. Insbesondere Adel und Bürgertum konnten sich die kostspieligen Reisen leisten und übersiedelten vorübergehend aufs Land. Während der heißen Sommermonate bedeutete das Leben in der Stadt vor allem Staub und Hitze, während die Luft
in den Bergen und an den Seen klar und rein, aber auch deutlich kühler war.
So ist es natürlich auch heute. Der Begriff Sommerfrische impliziert heute aber auch Entschleunigung, Naturverbundenheit und Landlust – keine „klassischen“ Urlaubsmodelle am Strand, mit Anreise per Flugzeug und preisgünstigem All-inclusive-Hotelangebot.
Während im 19. Jahrhundert vor allem Spaziergänge, das ruhige Genießen der Natur und der ländlichen Frische auf dem Programm standen, kann Sommerfrische heute weit mehr und inkludiert jede Menge Erlebnis und Erholungsoptionen für jeden Geschmack. Vor 150 Jahren lag der Fokus der Sommerfrische auf dem Salzkammergut, das auch heute die Aufgaben noch bestens bewältigt. Mittlerweile haben aber viel mehr Regionen ihre Vorzüge zu vermarkten gelernt und reichen von Vorarlberg bis ins Burgenland und von Kärnten bis ins Waldviertel. Sommerfrische gilt heute als Synonym für nachhaltigen, regionalen Tourismus und die bewusste Erholung abseits des Massentourismus.