Die Energiewende hat im letzten Jahr deutlich an Tempo gewonnen. Weltweit wurden laut Global Energy Review der Internationalen Energie Agentur (IEA) 800 GW neue erneuerbare Kapazitäten installiert – so viel wie nie zuvor. Der zusätzliche grüne Strom übertraf damit den Zuwachs beim globalen Strombedarf. Vor allem die Photovoltaik drückte der Entwicklung ihren Stempel auf: Mit 600 TWh zusätzlicher Erzeugung deckte sie rund 70% des Wachstums bei Strom und ein Viertel des gesamten Energiezuwachses. Erstmals war Solarenergie damit der wichtigste Treiber des weltweiten Nachfragewachstums – noch vor Erdgas. In Europa kamen Wind- und Solarenergie gemeinsam bereits auf 30% des Stromverbrauchs und lagen damit vor allen fossilen Stromerzeugern zusammen.
Gleichzeitig kühlte sich der globale Energiehunger etwas ab. Der Energiebedarf legte 2025 nur noch um 1,3 % zu. Gründe dafür waren laut IEA schwächeres Wachstum in energieintensiven Branchen sowie Fortschritte bei der Effizienz. Der Trend zur Elektrifizierung bleibt aber ungebrochen: Der Stromverbrauch stieg um 3%, getrieben von Haushalten, Industrie, E-Mobilität und Rechenzentren. In den USA entfiel rund die Hälfte des zusätzlichen Strombedarfs auf Rechenzentren. Parallel dazu zog auch der Ausbau von Batteriespeichern kräftig an: 110 GW neu installierte Leistung bedeuteten ein Plus von 40% gegenüber dem Vorjahr.
Fossile Energieträger legten zwar ebenfalls zu, aber doch deutlich langsamer. Unterm Strich zeigt sich: Die globale Energiewirtschaft verschiebt sich spürbar in Richtung Strom, Erneuerbare und Speicher – nur eben noch nicht schnell genug.