Mikro- und Nanoplastik ist kaum größer als ein Staubkorn und doch beschäftigt es Forscher auf der ganzen Welt. Die winzigen Kunststoffteilchen wurden in Flüssen und Meeren, in Böden, Lebensmitteln, Trinkwasser und sogar in der Luft nachgewiesen. Es ist daher wenig verwunderlich, dass Wissenschaftler sie außerdem in menschlichem Blut, der Lunge, der Leber, der Plazenta und anderen Geweben im Körper aufspüren konnten. Was das langfristig für unsere Gesundheit bedeutet, ist aktuell eine zentrale Forschungsfrage. Auch wenn hier noch viele Fragen offen sind, ist weitgehend gesichert, dass es sinnvoll ist, die persönliche Belastung möglichst gering zu halten und gleichzeitig den Verbrauch an Kunststoff insgesamt zu reduzieren.
Schon kleine Veränderungen im Alltag können dazu beitragen, weniger Plastik zu verbrauchen. Warum das sinnvoll ist, liegt auf der Hand: Plastik verrottet nicht, bleibt hunderte Jahre in der Umwelt und zerfällt dabei nur in winzige Teile, eben in Mikroplastik. Fische, Vögel und andere Tiere verwechseln Plastik mit Nahrung. Sie fressen es, verletzen sich daran oder verhungern mit von Plastik vollem Magen. Kunststoff wird aus Erdöl hergestellt, ist daher kein nachwachsender Rohstoff. In manchen Kunststoffen stecken Weichmacher oder andere Chemikalien, die sich lösen können und so in unsere Lebensmittel oder ins Grundwasser gelangen.
Als Mikroplastik werden jene Kunststoffteilchen bezeichnet, die kleiner als fünf Millimeter sind. Sie entstehen beispielsweise dadurch, dass größere Plastikgegenstände mit der Zeit zerfallen, etwa Verpackungen, Plastiksäcke oder Getränkeflaschen, und kleine Abriebteilchen von sich geben. Nanoplastik ist noch wesentlich kleiner.