Wer Mehl, Gemüse oder Erdäpfel kauft, entscheidet längst nicht mehr nur zwischen Marken und Preisen. Eine Rolle spielt auch die Art der Herstellung. Im ersten Halbjahr 2026 erreichte der wertmäßige Bio-Anteil im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel laut RollAMA-Analyse knapp 13 Prozent – den bisher höchsten Wert. Nach Rückgängen 2023 und 2024 und einer Erholung 2025 legt Bio damit weiter zu.
Bemerkenswert ist die Entwicklung auch deshalb, da die Haushalte insgesamt zurückhaltender einkaufen: Die in der RollAMA erfasste Einkaufsmenge sank im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,6 Prozent. Mehr als jeder dritte ausgegebene Euro entfiel auf Aktionsprodukte. Also gewinnt Bio in einem Markt an Gewicht, in dem der Preis eine wichtige Rolle spielt. Der Rekord beschreibt einen wertmäßigen Anteil, keine Einkaufsmenge. Er zeigt, welcher Anteil der erfassten Ausgaben auf Bio entfällt. Ob zugleich mehr Bio-Lebensmittel gekauft wurden, lässt sich daraus allein nicht ableiten: Auch Preise und die Zusammensetzung des Warenkorbs beeinflussen den Wert.
Besonders stark ist Bio bei einigen Grundnahrungsmitteln vertreten: Bio-Mehl erreicht einen wertmäßigen Anteil von 30,8, Bio-Gemüse von 25,8 und Bio-Erdäpfel von 25 Prozent. In diesen Warengruppen liegt der Anteil damit deutlich über dem Gesamtwert. Die AMA-Marketing wertet die Entwicklung als Zeichen einer breiten gesellschaftlichen Verankerung von Bio. Für ein bioaffines Publikum bleibt eine weitere Frage relevant: Wie eng ist die Nachfrage im Handel mit der heimischen biologischen Landwirtschaft verbunden? Ein Bio-Produkt ist nicht automatisch ein regionales Produkt.