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Cover von Bio Magazin Klimasünder Internet

VERBRAUCH

Klimasünder Internet

Licht ausschalten, Stoßlüften oder den Balkon mit einem Solarkraftwerk ausstatten – sparsam mit Energie umzugehen und auf erneuerbare Ressourcen zu setzen steckt uns scheinbar schon im Blut. Halt machen wir aber rasch, wenn es um den heiligen Gral geht: das Internet.

Während der Fortschritt durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) in aller Munde ist, wird wenig darüber geredet, dass die Wachstumsbranche wenig Wert auf Klimafitness legt. Der auf Digitalthemen spezialisierte Buchautor und Journalist Jörg Schieb hat sich auf die Suche gemacht und belegt in seinem neuen Buch „Energiefresser Internet“ eindrucksvoll, dass das Internet weltweit ebenso viel Kohlendioxidausstoß verursacht wie der Flugverkehr. Bis zu 12 Prozent des globalen Strombedarfs fließen heute bereits in digitale Geräte, Tendenz steigend. Eine Stunde Video streamen verursacht mehr Treibhausgase, als 20 Kilometer mit dem Auto zu fahren. Warum es dabei um weitaus mehr geht als nur um das Aufladen von Handy, Tablet und Co, beschreibt er im Gespräch.

 

Wenn das Smartphone aufladen in puncto Energiebilanz tatsächlich kaum der Rede wert ist, worüber müssen wir uns dann tatsächlich Gedanken machen?

Smartphones und Tablets werden immer kleiner und leichter. Das ist toll, weil wir nicht so viel Hardware mit uns herumschleppen müssen. Aber die im Gerät verbauten Komponenten müssen ebenfalls immer kleiner und kompakter werden. Infolgedessen müssen sie für die­selben Aufgaben mit höherer Leistung arbeiten. Das braucht mehr Energie. Wenn ein Gerät aber mehr Energie verbraucht, wird mehr Wärme erzeugt und die Komponenten unterliegen einem höheren Verschleiß.

Zudem müssen wir uns bewusst machen, dass wir mit den Geräten „always on“ sind. Selbst wenn es nur herumliegt, gibt es aktive Apps, die laufend den aktuellen Aufenthaltsort über­mitteln. So sind zum Beispiel Google Maps, Instagram, Facebook, TikTok oder YouTube Apps, die ständig bei den Servern ihrer Betreiber nachfragen, ob es Neuigkeiten gibt. Ununter­brochen werden im Hintergrund Daten ausgetauscht, das verbraucht Energie.

BUCHTIPP:

Jörg Schieb, Energiefresser Internet
Warum jede E-Mail ein Klimakiller ist und wie unser digitales Leben nachhaltiger wird

288 Seiten, Red-Line-Verlag 2023, ISBN 978-3-86881-942-7, EUR 22,70

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