Zum Inhalt springen
Aktuelle Seite: 20 Jahre Konsum im Wandel
Cover von Bio Magazin 20 Jahre Konsum im Wandel

20 JAHRE BIOMAGAZIN

20 Jahre Konsum im Wandel

Vor 20 Jahren war „Bio“ für viele noch eine Nische. Ein bisschen reformorientiert, ein bisschen teurer, oft verbunden mit kleinen Hofläden, Naturkostgeschäften und einer Käuferschicht, die sehr bewusst einkauft. Alles in allem zahlenmäßig überschaubar.

Heute sind Bio-Produkte in den Regalen der großen Handelsketten angekommen, in den Einkaufsgewohnheiten vieler Haushalte verankert und zugleich Teil einer globalen Diskussion über Klima, Biodiversität, Tierwohl, Gesundheit, Lieferketten und soziale Standards. Das Thema beschränkt sich längst nicht mehr nur auf Lebensmittel, sondern zieht sich über Textilien und Wohnen bis hin zur Mobilität und Urlaubsfragen.

Bio ist Mainstream geworden und damit hat sich auch die Bio-Welt in Österreich und international stark verändert. Sie ist professioneller, größer, härter umkämpft, aber auch differenzierter geworden. Wer zurückblickt, sieht nicht nur ein konstantes Wachstum, sondern auch Brüche und einem ständigen Spagat zwischen Konsumidealen und Martklogiken.

 

Wie Bio im Mainstream ankam

Ein zentraler Treiber der letzten zwei Jahrzehnte war die Expansion über den klassischen Fachhandel hinaus. In Öster­reich wie in vielen europäischen Ländern stieg die Bio-Verfügbarkeit im Lebensmittelhandel sprunghaft an.

Das hatte zwei Effekte auf die Entwicklung: Einerseits wurde Bio für breite Bevölkerungsschichten zugänglicher und glich sich dem herkömmlichen Angebot mehr und mehr an, was Sortiment, Convenience und Preis betrifft. Andererseits verschob sich auch die Macht in der Wertschöpfungskette.

Wo früher kleine verarbeitende Betriebe und spezialisierte Händler den Ton angaben, setzen nun zunehmend große Produktions- und Handelsunternehmen die Stan­dards. Parallel dazu professionalisierten sich Bio-Betriebe und bauten die Logistik aus, konnten stabilere Lieferverträge eingehen und ihre Marken stärken.

International verlief diese Entwicklung ähnlich, allerdings mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Während Deutschland, Frankreich, Skandinavien oder die Schweiz den Bio-Markt früh stark ausbauten, zogen andere Regionen später nach. In den USA wurde „organic“ massiv kommerzialisiert, große Konzerne kauften Bio-Marken und der Begriff wurde zugleich populärer und umkämpfter. Der Bio-Markt wurde für immer mehr Unternehmen langsam auch wirtschaftlich interessant.    

Weiter geht es in der aktuellen Print-Ausgabe.
Fuss ...