Selbstversorgung bedeutet, Lebensmittel sowie andere Ausgangsstoffe des eigenen Bedarfs selbst anzubauen, um die Versorgung und Unabhängigkeit zu sichern und den eigenen ökologischen Fußabdruck zu verringern. Wichtig sind dabei saisonale Bio-Anbaumethoden ohne Chemie, die Ressourcen schonen und auch die Verarbeitung und Haltbarmachung miteinbeziehen. Das geschieht mit eigenem oder selbst gesammeltem Saatgut, Kompostierung, Mischkultur, Regenwassernutzung oder auch Haltbarmachen mittels Dörrens oder Einkochens.
Der Inbegriff der Selbstversorgung dreht sich freilich um landwirtschaftliche Betriebe, die jene Produkte, die sie selbst brauchen, produzieren und alles, was darüber hinaus-geht, verkaufen. Doch auch im kleinen Stil ist Selbstversorgung – zumindest zu einem gewissen Grad – möglich. Nachhaltige Selbstversorgung erhöht jedenfalls die Krisen-resilienz, spart eine ganze Menge Verpackungsmüll sowie Transportemissionen und sorgt für eine gesunde Ernährung ohne fragwürdige Zusatzstoffe.
In großem Stil wird bundesweit erhoben, inwieweit Österreich seinen Bedarf selbst decken könnte. Das ist freilich pure Theorie, denn derzeit gibt es keinen Anlass, auf Import und Export zu verzichten. „Der Selbstversorgungsgrad wird pro Lebensmittel oder Lebensmittelkategorie angegeben und berechnet sich aus der in Österreich produzierten Menge (meist bezeichnet mit dem Begriff ‚Erzeugung‘) und der in Öster-reich verbrauchten Menge (meist ‚Inlandsverwendung‘)“, heißt es seitens des Bundes-ministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft. Der Selbstversorgungsgrad liegt für Getreide bei 90 Prozent, für Erdäpfel bei 78, für Gemüse bei 55 und für Obst bei 33 Prozent. Nicht alles davon wird auch tatsächlich verzehrt, denn viele landwirtschaftliche Produkte werden auch als Nicht-Lebensmittel eingesetzt.